Auf der folgenden Seite finden Sie Publikationen von CRESCENDO zu verschiedenen Themen. Außerdem können Sie hier einige Predigten unserer KIRCHE KREATIV in Würzburg herunterladen.

CRESCENDO WÜRZBURG

INTERNATIONALE VEREINIGUNG CHRISTLICHER
KLASSISCHER BERUFSMUSIKER & MUSIKSTUDENTEN


Ansprechpartner vor Ort:
Pfarrer Andy Tirakitti, Dipl.-Theol. Univ. & Kirchenmusiker
William Buchanan, Dipl.-Musiklehrer & MA

RORY NOLAND: EIFERSUCHT UND NEID


Es war einmal ein alter Kunst-Mäzen, der die Stadt für eine Weile verlassen wollte. Darum versammelte er seine kleine Anhängerschaft von Künstlern zu einer Abschiedsparty. Einem Künstler gab er fünf Gaben, dem nächsten schenkte er zwei Gaben und dem dritten schliesslich vertraute er eine Gabe an. Nachdem sie ihren Wohltäter zum Flughafen gefahren hatten, ging jeder der Künstler seinen eigenen Weg (wie es bei Künstler so üblich ist). Einige Monaten später kam der Mäzen erholt und sonnengebräunt zurück. Der Künstler mit den fünf Talenten traf ihn am Flugsteig. "Meister, du hast mir fünf gaben anvertraut, und nun sieh, ich habe fünf weitere dazu gewonnen", rief er begeistert.
"Gut gemacht" sagte der alte Mann. "Ich bin sehr erfreut. Du warst deiner Berufung treu und ich werde dir noch viel mehr geben." Der Künstler, dem er zwei Talente mitgegeben hatte, rannte ihm durch die Flughafenhalle entgegen und rief: "Meister, du hast mir zwei Gaben anvertraut, und sieh nun, ich habe zwei weitere dazu gewonnen."
"Gut gemacht", sagte der alte Mann. "Ich bin überglücklich. Du warst treu und ich werde dir noch viel mehr geben." Der Künstler, der ein Talent bekommen hat, erwartete ihn bei der Gepäckausgabe. "Meister", begann er kleinlaut. "Ich wollte nicht dass du wütend auf mich wirst. Ich bin sehr sensibel, wie du weisst, und ich kann nicht gut mit Ablehnung umgehen. Dabei ist es heutzutage in dieser kalten und grausamen Welt so schwierig, ein Künstler zu sein. Ich war nicht gut genug, um wirklich gross herauszukommen, weil du mir nur ein Talent gegeben hast. Und deshalb habe ich lieber nichts mit meinem Talent angefangen. Ich habe es versteckt, und nun kannst du es wieder haben." Der Künstler öffnete seine Hand und schaute auf seine Schuhe. Sein Talent war genau so neu und unentwickelt wie an dem Tag, als er es bekommen hatte. Der alten Mann erwiderte mit seiner sanften Stimme: "Mein lieber Freund, du hast ein Vermögen verschwendet. Ich gab dir etwas, was zum Gebrauch bestimmt war. Es ging nicht darum, wie viel ich dir gab, sondern darum, was du daraus gemacht hast."
Die Frage ist nicht, wer nun was bekommen hat, sondern ob ich treu und gehorsam mit dem umgehe, was Gott mir anvertraut hat. Ich muss nicht die Gaben anderer richtig einsetzten, sondern meine! Es ist unwichtig, wie berühmt wir sind oder wie herausragend unsere Arbeit wahrgenommen wird. Es geht einzig und allein darum, ob wir unsere von Gott gegebenen Talente treu und gehorsam einsetzen.
Von Menschen, die wir beneiden, distanzieren wir uns, meiden sie, sind wütend auf sie und nehmen ihnen alles übel. Ändern Sie dieses Verhalten und tun Sie alles dafür, Freundschaften aufzubauen. Je besser wie die Beneideten kennen, um so unbedrohlicher erscheinen sie uns. Bevor Sie es überhaupt merken, wird Ihr Neid von grosszügiger Liebe verdrängt werden. "Wenn du sie nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihnen!" Gott will, dass wir zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Wir müssen uns nicht immer aneinander messen, sondern wir sollen voneinander lernen. Schliesslich sind wir Brüder und Schwestern und keine Konkurrenten.



Ein Auszug aus dem Buch "Das Herz eines Künstlers" von Rory Noland



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